Ideen zur Organisation zukünftiger Online-Tastings

Mir kam gerade ein Gedanke: Ein Problem unserer Online-Tastings ist ja, dass es ewig dauert, bis alle ihre Ergebnisse eingesandt haben und damit die Deadline für die Veröffentlichung der Resultate immer weiter hinausgezögert werden muss, was wiederum blöd für diejenigen ist, die ihre Resultate zügig eingeschickt haben und möglichst bald Feedback wollen. Mein Vorschlag: Jeder bekommt seine Proben individuell nummeriert. Sobald man die Ergebnisse eingereicht hat bekommt man den individuellen Schlüssel geschickt, um die Proben zuordnen zu können. So können Zwischenergebnisse veröffentlicht werden, ohne die langsameren Tester zu beeinflussen. Man kann natürlich auch fies sein und die Schlüssel nur bis zu einem gewissen Datum ausgeben, um etwas druck aufzubauen, die Resultate zeitnah einzureichen. Aber ich denke, dass sollte nicht nötig sein.

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Noch eine Idee: Gewichtete Wertungen! In der Vergangenheit hatten wir schon ein oder zweimal den Fall, dass es am Schluss eine Auswertung nur der Wertungen der Forumsmitgliedern und eine zweite Auswertung, die auch Wertungen von Freunden der Forumsmitglieder einschloss. Die Idee war, das man mit mehr Erfahrung zuverlässiger die Qualität eines Produktes erkennen können sollte.
Wie wäre es nun, wenn jeder Tester die Möglichkeit bekommt sich selbst einzuschätzen in 3 Stufen und je nach Stufe werden die eingereichten Ergebnisse Gewichtet? Ich stelle mir das so vor:

Stufe Beschreibung Gewichtung
I wenig bis gar nicht vertraut mit der Spirituose x1
II kennt bereits einige Produkte und kann möglicherweise einzelne Produkte am Geschmack erkennen x2
III Experte x4

Ich würde mich selbst in keiner Spirituosen-Kategorie als Experten einsortieren, würde aber in einigen Kategorien Stufe II wählen. Ich weiß, dass wir im Forum aber z.B. auf dem Gebiet Rum einige Mitglieder haben, die man durchaus als Experten bezeichnen sollte und deren Einschätzung deutlich mehr Gewicht verliehen werden sollte.

Aus meiner Erfahrung kann man einigen Leute sicher mehr Expertise bescheinigen als anderen. Das hat aber nichts damit zu tun ob jemand im Forum ist oder nicht. Ich sehe den Ansatz deshalb eher skeptisch.

Man kann nur im Vorfeld auf bestimmte Probleme hinweisen und versuchen möglichst viele Bewertungen zu bekommen.

Die Trennung zwischen Forenmitgliedern und Nicht-Forenmitgliedern erwähne ich nur, weil in der Vergangenheit mehrfach zwei Auswertungen angefertigt wurden (mit und ohne Nicht-Forenmitgliedern). Wir sind aber der selben Meinung, dass die Expertise nicht umbedingt korreliert ist einer Mitgliedschaft im Forum.

Daher gehe ich bei meinem Vorschlag auch davon aus, dass sich jeder Tester selbst einordnen soll. Sprich, man würde mit den Bewertungen auch einsenden, ob man sich eher Stufe I, II, oder III zuordnet. Das ist dann vollkommen unabhängig davon, ob man im Forum aktiv ist.

Ich denke, der Sachverhalt ist in meinem Vorschlag auch so dargestellt. Falls es dennoch zu Missverständnissen gekommen sein sollte, hoffe, ich das diese nun geklärt sind.

Ich sehe das auch eher kritisch. Es gibt auch nicht Experten die aber einen sehr feinen Gespruchs- und Geschmackssinn haben.

Ich wüsste z. B. nicht wie ich mich einordnen sollte. Würde mich bspw. eher weniger als Experte sehen. Kommt halt immer auf den Bezugspunkt an.

Das kann ich bestätigen. Ich kenne auch ein paar wenige Menschen, die einen extrem ausgeprägten Geschmackssinn haben. Damit kann man sicherlich etwas fehlende Erfahrung mit einer Spirituosen-Sorte kompensieren. Da die Zuordnung nach Stufe jedem selbst überlassen ist, könnte man das bei der eigenen Einschätzung mit berücksichtigen. Dann würde man z.B. sagen: „Ich habe zwar praktisch keine Erfahrung im Umgang mit Kaffeelikör, kenne mich auch nicht wirklich mit Kaffee aus, habe aber einen außergewöhnlichen Geruchssinn und traue mir somit zu mit Stufe II zu bewerten.“ Das fände ich okay. Für mich selber würde ich bei einem Kaffeelikör-Tasting z.B. Stufe I wählen, weil ich nahezu null Erfahrung mit Kaffeelikören habe und selbst nur sehr wenig, geschweige denn guten Kaffee trinke. Bei gelagertem Rum würde ich hingegen Stufe II wählen.

Ich denke als Experten sollten im Forum nur einige wenige Nutzer durchgehen. Ich würde mich selber bei keiner einzigen Spirituose als Experte einstufen. Ich finde es aber wichtig, das die Wertungen z.B. von Mixael oder Junsas in einem Rum-Tasting mehr Gewicht bekommen als meine eigene Stimme. Denen traue ich halt zu die Qualität von einem Rum deutlich besser einzuschätzen als ich.

Ich weiß nicht so recht wie man dann am Ende die Gewichtung werten würde. Beispiel: Drei Leute sind erfahren aber eher zurückhaltend und ordnen sich selbst in Gruppe 1 oder 2 ein. Ein recht unerfahrener aber selbstbewusster User ordnet sich direkt in Gruppe 3 ein. Verzerrt dass das Ergebnis nicht ungemein?

Außerdem will man vielleicht nicht, dass seine eigene Meinung von den „Experten“ „überschrieben“ wird. Wie gesagt, nur weil ich kein Experte bin, kann ich doch das für mich stimmigste Produkt bestimmen.

Gewichtungsfaktor für die Gewichtung siehe unter „Gewichtung“ oben. Ist ein Vorschlag für eine Moderate Gewichtung, wenn man mal davon ausgeht, dass die meisten Nutzer des Forums sich bei Standart-Spirituosen in Stufe II einordnen.

Wärst du denn für den Vorschlag, falls sich jeder Verkoster angemessen einstufen würde?

Deine eigene Bewertung wird dir ja nicht weggenommen. Und du wirst auch nicht verpflichtet Produkte nach der Bewertung anderer Verkoster zu kaufen.

Frage aus einer anderen Perspektive: Wenn ich bei einem Tasting darum bitten würde, dass meine Bewertung nur halb gezählt würde, würdet ihr das zulassen?

Ich finde den Ansatz klasse, finde aber dass es keine doppelte oder halbe Wertung etc. geben sollte.
Es könnte vielleicht eher in die Richtung laufen, dass ähnlich wie bei Forenmitgliedern und Verwandten eine Aufsplittung der Ergebnisse stattfindet. Also zum einen die Leute die aus Spaß mitmachen und gerne eine Bewertung da lassen. Und zum anderen noch die Gruppe die vielleicht die ein oder andere Probe nicht mag, aber dennoch etwas objektiver betrachten kann ob die Probe gut ist oder schlecht. Was nützt bspw. ein Bitterlikör der nicht bitter ist aber jedem schmeckt und daher gute Punkte bekommt.

Man kann natürlich immer ein gewichtetes Ranking und ein nicht-gewichtetes Ranking veröffentlichen. Man verliert dadurch ja keine Information.

@Mixael: Mit Gewichtung müsste halt niemanden vor die Wahl gestellt werden, ob die eigene Bewertung in ein „ernsthaftes“ Ranking einfließen soll, oder nicht. Ich sehe daher Gewichtung eher als eine mildere Form von deinem Vorschlag (zumindest, wenn man es auf Stufe I und II reduzieren würde).

Vielleicht muss man einfach diese Selbsteinschätzung mit abfragen und dann beide Verisonen durchrechnen (mit dem richtigen Excel-Template macht das ja nicht allzuviel Extra-Arbeit) und auch beide veröffentlichen. So kann jeder die Auswertung betrachten die persönlich bevorzugt wird.

@MJM es wird ja wirklich niemanden die eigene Bewertung dabei „weggenommen“ oder „invalidiert“ oder sowas - es ist eher die Frage wie ich auf die Ergebnisse Blicke wenn ich bspw. nicht selber teilgenommen habe am Tasting und 6 Monate später denke „ich bräuchte mal einen Schnuffelhasen-Likör, wir hatten doch da mal Tasting, was kauf ich denn jetzt?“

Weggenommen nicht, aber ich würde in Tastings schon wollen, dass meine Meinung genauso viel zählt wie die von jemanden mit mehr „Erfahrung“.

Aber ja man kann sicher mehrere Auswertungen machen, da kann ja dann jeder für sich entscheiden welche für einen relevant ist.

Diesen Schnuffelhasenlikör möchte ich auch mal probieren! :heart_eyes::smile:

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Beim Williamsbrand-Tasting 2015 hatte ich die Ergebnisse aufgeplittet in ein Gesamtergebnis mit allen Testern und eins nur mit dem C&D-Testern. Die Unterschiede sind meiner Meinung nach nicht wirklich groß …

Es nimmt ja auch kein Anfänger alleine am Tasting teil und der jeweilige C&D-Betreuer wird ins Thema einführen und das Tasting überwachen.

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Man kann auch schlicht eine Auswertung der Kernbelegschaft machen und eine zweite mit Außenstehenden. Und ehrlichgesagt haben unsere Tastings sowieso keinen fachlichen Anspruch. Jeder nutzt andere Testbedingungen und Umgebungen. Unterschiedliche Flights, davor wird auch mal gegessen etc. Wir sind deutloch näher an rein hedonistischen Endverbrauchertests.