Meine zuletzt besuchte Bar

Nachdem für viele Nutzer des Forums die Hemmschwelle und/oder der Aufwand doch etwas zu groß ist eine umfangreiche Rezension über eine Bar zu schreiben, wir aber trotzdem gerne neue Barempfehlungen bekommen wollen, gibt es ab jetzt dieses niederschwellige Angebot eure Barbesuch-Erfahrungen zu teilen.

Ich fange einfach mal an mit dem kurzen Bericht einer zweitägigen Bar-Tour in Frankfurt Anfang Dezember:


Meine Bartour in Frankfurt mit @Marler und @niwo_singt (am ersten Tag dabei) viel ausgerechnet auf einen Montag- und Dienstag-Abend. Entsprechend waren wir etwas in der Auswahl eingeschränkt.

Am Montag wollten wir eigentlich zum Essen im Maxie Eisen im Bahhofsviertel starten. Die hatten aber wider Erwarten geschlossen.
Stattdessen gab es auf der gegenüberliegenden Straßenseite in der Pizzeria Montana neapolitanische Pizza. Die Pizzeria hat zwar eher den Scharm eines Schnellimbisses (machen hauptsächlich Bring- und Abholservice), aber an der Qualität der Pizza gab es nichts auszusetzen!
Von dort zogen wir ins White Rabbit zwischen Willy-Brand-Platz und Untermainbrücke. Diese klassische Bar hatte erst kürzlich aufgemacht und hat definitiv mehr Publikum verdient als sich an diesem Montag-Abend in die Bar verirrte (neben uns kamen nur noch ein paar Barkollegen aus einer geschlossenen Bar). Die Barkarte konnte mit einigen interessanten Kreationen aufwarten. Das Backboard bietet zwar nicht viel Platz ist aber fein bestückt.
Wir haben anschließend den ersten Abend privat bei Negroni, Mezcal und Trappistenbier ausklingen lassen.

Am Dienstag traf ich @Marler in der Weinhandlung Raum und Wein im Nordend Ost. Wir wollten eigentlich noch irgendwo anders hin, die hatten aber zu. Wie auch immer, das Raum und Wein hat eine schöne, wechselnde Auswahl an offenen Weinen, durch die man sich kosten kann. Für viele Produkte, die sie führen, organisieren sie selber den Import nach Deutschland. So auch für den Mouss Cat Pet Nat, von dem ich mir im Nachhinein noch eine Kiste bestellt hatte (quasi Sprudelnder Pisco!)
Weiter wollten wir glaube ich in eine Bar, die geschlossen hatte (ihr erkennt das Muster?), landeten stattdessen aber in der Embury Bar neben dem Comerzbank Tower. Die Embury Bar tat zwar auch so, als ob sie zu hätten, es stellte sich aber heraus, das sie nur vergessen hatten das Türschild umzudrehen. Hier hatten wir leider nur Zeit für einen Drink. Die extrem lange Barkarte hatte so einige abgefahrene Drinks, die ich gerne probiert hätte. Neben den Drink-Kreationen zeichnet sich das Embury durch eine gigantische Auswahl von ca. 1000(?) Whisk(e)ys aus und hat ihr eigenes Eishaus, in dem sie klares Eis auch im Auftrag für andere Bars produzieren.
Zum Essen ging es ins Leuchtendroter, ein veganes Restaurant im Lindley - Lindberg Hotel am Osthafen. (Hier feierten wir kürzlich auch Silvester). Das Leuchtendroter zeichnet sich zum einen dadurch aus, dass auf jedem Tisch eine Flasche hausgemachter Vodka steht, von der man sich nach belieben bedienen kann, zum anderen kann man sich zu zweit bequem einmal die ganze Karte bestellen. Teilen und mit den Fingern essen ist hier durchaus erwünscht. Die kleinen Gerichte sind häufig asiatisch inspiriert, es gibt aber auch selbstgebackenes Sauerteigbrot.
Im Anschluss machten wir einen Abstecher in die Hotelbar des Lindley mit Dachterasse. Die Drinks waren hier zwar nicht so super ausgefallen (eher standard Qualität), das Personal dafür aber ulkig drauf.
Zurück im Stadtzentrum ging es ins Speakeasy The Tiny Cup. Corona bedingt fasst die eh schon winzig kleine Bar nur eine Hand voll Gäste. Wir durften in dem ausgebauten super-secret Kellerraum Platznehmen. Die Drinks waren hier perfekt ausbalanciert!
Eigentlich war geplant die Bar-Tour in der Kinly Bar im Bahnhofsviertel abzuschließen, aber einige von uns mussten morgens schon wieder arbeiten.

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Schöner Bericht und super Abend. Ergänzung: die Hotelbar ist die Marmion Bar.

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War vorgestern im „Nobody told me“ am südlichen Ende der Morningside Heights in Manhattan (New York City). Entgegen dem Namen handelt es sich ausnahmsweise nicht um eine verstecktes Speakeasy sondern vielmehr um eine sehr offene Bar, die halb auf der Straße liegt. Das passt zu diesem Stadtviertel, in dem sich ein Großteil des Lebens direkt auf der Straße abspielt.

Auf den ersten Blick macht die Bar einen recht gewöhnlichen Eindruck. Das Cocktailmenü offenbart aber, dass hier ganz besonders gute Drinks gemixt werden. Ich hatte einen

Assemble the Empire - batavia arrack | blackberries | orgeat | fino sherry | italicus

und einen

Guilty of Everything - pineapple infused rum | banana (Likör?) | carpano bianco | bitters

Beides sehr geile Drinks, die von der Intensität irgendwo zwischen einem Old Fashioned und einem Wermut-Drink anzusiedeln sind. Mit etwas mehr Zeit hätte ich gerne noch mehr von der Karte ausprobiert!

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Heute war ich im 67 Orange! am Rande von Harlem (New York City). Das Essen war ziemlich gut (sehr ordentlicher Burger nach meinen Wünschen zubereitet) und schaffte eine gute Grundlage. Die Drinks lesen sich spannend und waren gut, aber nicht überragend (mehr so auf meinem eigenen Niveau).
Zunächst hatte ich einen

All’s Pear in Thyme - Riazul Reposado, Avua Cachaca, Fresh Lime Juice, Agave Syrup, Green Apple, Thyme, Rinse of Vida Mezcal

der wie ein gewöhnlicher Spirit-forward Sour schmeckte. Im Anschluss gab es eine Rum Old Fashioned Variation mit PX Sherry und einer stimmigen Auswahl an Bitters.

In Anbetracht der Tatsache, dass die Cocktails hier doch ein wenig teurer waren, würde ich, falls ich wieder einem in die Gegend kommen sollte, doch die kleine und sehr feine Cocktailkarte des „Nobody told me“ vorziehen (siehe vorangegangener Post).

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