Wie wichtige ist die "Farbe" des Rums für den Cocktail

Ich klinke mich einfach mal ein, da ich jetzt gerade Zeit habe. Gelesen habe ich den Beitrag schon gestern, aber weil noch keine Antwort kam, verfasse ich jetzt meine. Vielleicht wäre es auch sinnvoll, diese Diskussion in einen eigenen Thread auszulagern (wer ist dafür zuständig? @lupullus vielleicht?).

Wie bereits weiter oben irgendwo geschrieben wurde: Die Farbe ist oftmals irreführend bis irrelevant im Bezug auf die Reifungsdauer, weil es unter den weißen Rums sowohl Vertreter gibt, die zwar durchaus fassgereift sind, danach aber durch Aktivkohlefilterung entfärbt werden, sprich geschmacklich braun sind. Andererseits gibt es gereifte Rums, die eigetlich ziemlich hell wären, aber durch künstliche Färbung brauner Erscheinen. Die aktuelle Fassung der EU-Spirituosenverordnung erlaubt nach der Destillation für Rum genau drei Zusätze: Wasser zum Verdünnen auf Trinkstärke, Zuckerkulör nur zur Anpassung der Farbe, also nicht so viel, dass dieses stark hervorschmeckt, sowie eine Abrundungszuckerung von nicht mehr als 20 g/L süßende Erzeugnisse ausgedrückt in Invertzucker.

Wenn du also einen weiße Rum kaufst, gibt es drei Möglichkeiten:

  1. Entweder hat dieser wirklich kein Holzfass von innen gesehen.
  2. Es handelt sich um Holzfassgereiften Rum, der entfärbt wurde
  3. Eine Kombination aus den beiden vorigen Punkten, Stichwort „Blend“.

Zur Qualität können dabei keine Pauschalurteile gefällt werden: Es gibt Rums ohne Holzeinfluss, die ziemlich gut sind, aber auch Holzfassgereifte die den persönlichen Geschmack vielleicht nicht treffen. Generell lässt sich sagen, dass du einfach probieren musst, was dir besser schmeckt. Ich habe vor der Rezepturänderung tatsächlich gerne mal den dreijährigen Havana Club als weißen kubanischen Rum verwendet, obwohl dessen Farbe eher blassgelb bis golden ist.

Dem stimme ich vollumfänglich zu.

Ebenfals zustimmung für deinen ganze Beitrag. Subtile Noten gehen beim Kochen mit Wein verloren. Ein guter Rotwein mit einem Literpreis von beispielsweise um die 50 € kann seine Stärken im Glas vielleicht sehr gut ausspielen, in einer Bratensauce merkt man den Unterschied zu einem Wein der um die 10 €/L kostet vermutlich gar nicht mehr. Ein Terapak „Pennerglück“ mit einem Literpreis von 2 Euro wird die Sauce aber mit hoher Wahrscheinlichkeit versauen. Wichtig ist auch: Trockener Wein sollte es in der Regel sein, wobei es durchaus Ausnahmen wie zum Beispiel Portwein gibt, diese werden dann aber oft explizit im Rezept angegeben.

Bei Cocktails ist es oft ähnlich und es kommt auch wirklich auf die Zielgruppe an: Banausen die übersüße Saft-Sirup-Mischungen wollen, können meist mit einem Mai Tai mit richtig geilem Rum nichts anfangen, aber auch Basis Rums wie einfache Appletons machen selbst erfahreneren Trinkern im Mai Tai mehr Spaß, als beispielsweise ein Long Island Iced Tea oder eine dürftige Colada.

Im Old Fashioned ist dies wie du schreibst sogar noch extremer-

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