Wie wichtige ist die "Farbe" des Rums für den Cocktail

Dieser Thread enthält eine Diskussion, die ursprünglich in Mein zuletzt gemixter Drink geführt wurde, und durch den folgenden Post ausgelöst wurde:

Eine gute Antwort zu der Frage im Thread-Titel findet man in diesem Post von @RudiWinkler.

Bewerte Bacardi Blanco mit 0/10. Würde jedem abraten damit zu mixen! Insbesondere wenn es in der selben Preiskategorie einen akzeptablen Rum gibt, der überall verfügbar ist. Wird übrigens auch im Diffords für den Dirty Banana empfohlen😉
Wenn man dann noch einen kleinen Teil dieses Rums durch einen weißen Jamaikanischen OP Rum ersetzt, könnte daraus bei minimaler Kosten- und Alkoholgehaltssteigerung sogar ein Drink werden.
Ich mag PLV eigentlich ganz gerne. Bacardi Blanco bietet nur leider keine Leistung die man mit dem Preis in Verhältnis setzen könnte.

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OFTD ist nunmal Overproof,
wenn man das wie normalen rum einsetzt, ist er zu stark,

Bacardi, zumindest der normale weiße ist aber wirklich quasi ohne geschmack und das führt dann zu deinem endergebnis „bananenshake mit alkohol“ aber ohne mehrgeschmack, weil baccardi blanca quasi der Korn/Wodka unter den Rums ist.

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Also „Bananenshake mit Alkohol“ war von mir nicht abwertend gemeint, ich wollte für andere nur den Drink mit ein paar Worten beschreiben. Klar, der weiße Bacardi ist low cost aber mir hat der Drink damit recht gut geschmeckt und wahrscheinlich wäre er mit einem besseren Rum noch höher zu bewerten gewesen.
Zumindest können sich damit andere ein Bild machen, dass der Dirty Banana auch mit weißem Bacardi recht gut wird.

ding ist eben, der weiße baccardi kostet 10-12€
für 13€, kriegt man zb den hier , der 10x besser ist, nur als tipp
https://www.amazon.de/dp/B004EAMG5E/?coliid=IG9VG26PUIA3P&colid=1WK2VOOYGXSOO&ref_=list_c_wl_lv_ov_lig_dp_it_im&th=1

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@Sektionschef Ein wirklich solider und günstiger weißer Rum ist der Plantation Three Stars. Bekommt man bei diversen Shops ab 15 Euro …

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Danke, es steht zwar „weisser Rum“ dabei, aber optisch schaut er golden aus. Kann der tatsächlichen bei Rezepten die einen unaged White Rum verlangen verwendet werden?
Bei delicando fehlt sogar die Bezeichnung weisser Rum, ist das nicht eher ein ähnlicher Rum wie der Bacardi4?

Die hellgelben Rums wie Havana 3, Planstation 3 oder Veritas sind entweder nur kurz im Fass gewesen oder nachträglich über Holzkohle entfärbt. Geschmacklich sind die alle durchaus unterschiedlich.
Das kann passen, muss aber nicht. Ein Daiquiri z.B. schmeckt damit durchaus unterschiedlich. Original wäre Daiquiri m.E. nur mit Havana 3.
Das in deinem Dirty Banana der Plantation so markant war muss dich nicht wundern, der ist wahrscheinlich in jedem Drink markant. Dabei ist es am Ende wahrscheinlich noch nicht mal der Alkohol, sondern die Aromen, die sind in einem Overproof zu 69% nämlich auch nicht so verdünnt wie bei einem Rum mit 37,5%.
Kannst ja mit der Menge OFTD zurückgehen…

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Schlimm finde ich es, wenn 2 recht angesehene Menschen der deutschen Barszene im Mixology Podcast zum Thema Mojito zu folgendem Schluss kommen:
Der Mojito ist quasi eine Limonade mit Alkohol. Der verwendete Rum spielt dabei keine große Rolle. Selbst mit Bacardi Carta Blanca habe man schon super Mojitos getrunken. Leute, trinkt mehr Mojitos!
Dann ballert doch 2cl Weingeist 96% rein!
Nebenbei bekommt dann noch der Long Island Ice Tea einen kleinen Seitenhieb, der doch ein wenigstens konsequenter Vertreter dieser Drink Kategorie zu sein scheint.

Grundsätzlich darf, kann und soll jeder trinken worauf er Lust hat. Solltest du dich persönlich angegriffen gefühlt haben, so war das nicht meine Absicht.

Überhaupt nicht.
Aber ich habe schon bemerkt, dass es bei einigen Cocktail Rezepten relativ egal ist, ob da ein besserer Rum oä drinnen ist oder nicht weil er durch die anderen Zutaten ausgeblendet wird. Und in anderen Rezepten ist das dann wieder nicht der Fall und die Qualität spielt eine wesentliche Rolle.
Leider wird meistens bei den Rezepten nicht darauf hingewiesen, ob die Basisspirituose höherwertig sein soll oder nicht.
Obwohl, ich erinnere mich an div YT Videos, wo auch explizit erwähnt wurde, man solle sein Geld sparen und hierzu keinen teuren zB Rum verwenden weil er geschmacklich in diesem Rezept sehr überdeckt wird.
Auf der anderen Seite freut es mich, wenn man bei diesen Gelegenheiten günstige aber gute Basisspirituosen ausarbeitet, die, so wie der erwähnte Pampero Rum, nur geringfügig mehr kosten als die Billigware und scheinbar geschmacklich schon einen größeren Unterschied bieten.
Wäre schön, wenn man hier im Forum solche „Schnäppchen“ auch in den anderen Kategorien (Vodka, Gin, Tequila, Bourbon,etc) ausarbeiten könnte. Ich erinnere mich, ich hatte in einem anderen Thread einmal untersucht, welcher ein günstiger guter 100% Agave Tequila ist(über Matchmaker) und da kamen einige Flaschen zB Espolon hervor, die nur geringfügig teurer waren als die Sierra Mixto Ware.

am Ende ist es nunmal wie beim Kochen.

Einen guten Standard Rotwein für 8-10€ zu nehmen von einer lokalen Winzerei, für den Sauerbraten, oder Rotweinsoße, gibt ein gutes Ergebnis.

Nimmt mann den 3€ Tetrapackwein, KANN (muss nicht, kommt auf den Einzelfall an) es schlechter schmecken.

Nimmt man teurere evt komplexere Weine, KANN der Sauerbraten besser schmecken, muss aber nicht.

So ist es auch bei Cocktails, man muss sich rantasten, probieren, experimentieren.
Deswegen sind wir hier auch manchmal verwundert wieso du da dir solche Riesenhumpen reinknallst statt zb für dich und deine partnerin jeweils einzelne cocktails zu machen und dann auch mal zu experimentieren. und sei es nur zucker zu säure etc verhältnisse.

Bei einem Mai Tai zb , kann ich auch mit 12€ Rums einen brauchbaren Mai Tai kreieren.
Mit 25-35€ rums, schmeckt er aber weit besser.
Und klar, besser geht immer, aber irgendwo kommt es dann auf den geldbeutel an, ich kann nunmal mir nicht dauernd cocktails mit 100€ rums machen.

In einem Old Fashioned dagegen, muss der Whiskey eine gewisse Qualität haben, da brauche ich mit Lidl Eigenmarke, Jack Daniels Standard (old no 7) etc nicht anfangen, weil es einfach nicht schmeckt.

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@angrist
Ich würde gerne noch dieses Thema klàren:
Ist der angegebene Pampero Rum tatsächlich ein weisser Rum und als Ersatz für den weißen Bacardi zu sehen oder ist das schon eher ein goldener Rum ähnlich dem Bacardi 4?

Habe gerade gesehen , es gibt auch einen Pampero Blanco

Der wäre wahrscheinlich der Ersatz für den weißen Bacardi , oder?

Ich persönlich lasse die Finger von Spirituosen die exakt die Mindestanforderungen an den Alkoholgehalt erfüllen. 40 Prozent darf ein weißer Rum schon haben …

Ich klinke mich einfach mal ein, da ich jetzt gerade Zeit habe. Gelesen habe ich den Beitrag schon gestern, aber weil noch keine Antwort kam, verfasse ich jetzt meine. Vielleicht wäre es auch sinnvoll, diese Diskussion in einen eigenen Thread auszulagern (wer ist dafür zuständig? @lupullus vielleicht?).

Wie bereits weiter oben irgendwo geschrieben wurde: Die Farbe ist oftmals irreführend bis irrelevant im Bezug auf die Reifungsdauer, weil es unter den weißen Rums sowohl Vertreter gibt, die zwar durchaus fassgereift sind, danach aber durch Aktivkohlefilterung entfärbt werden, sprich geschmacklich braun sind. Andererseits gibt es gereifte Rums, die eigetlich ziemlich hell wären, aber durch künstliche Färbung brauner Erscheinen. Die aktuelle Fassung der EU-Spirituosenverordnung erlaubt nach der Destillation für Rum genau drei Zusätze: Wasser zum Verdünnen auf Trinkstärke, Zuckerkulör nur zur Anpassung der Farbe, also nicht so viel, dass dieses stark hervorschmeckt, sowie eine Abrundungszuckerung von nicht mehr als 20 g/L süßende Erzeugnisse ausgedrückt in Invertzucker.

Wenn du also einen weiße Rum kaufst, gibt es drei Möglichkeiten:

  1. Entweder hat dieser wirklich kein Holzfass von innen gesehen.
  2. Es handelt sich um Holzfassgereiften Rum, der entfärbt wurde
  3. Eine Kombination aus den beiden vorigen Punkten, Stichwort „Blend“.

Zur Qualität können dabei keine Pauschalurteile gefällt werden: Es gibt Rums ohne Holzeinfluss, die ziemlich gut sind, aber auch Holzfassgereifte die den persönlichen Geschmack vielleicht nicht treffen. Generell lässt sich sagen, dass du einfach probieren musst, was dir besser schmeckt. Ich habe vor der Rezepturänderung tatsächlich gerne mal den dreijährigen Havana Club als weißen kubanischen Rum verwendet, obwohl dessen Farbe eher blassgelb bis golden ist.

Dem stimme ich vollumfänglich zu.

Ebenfals zustimmung für deinen ganze Beitrag. Subtile Noten gehen beim Kochen mit Wein verloren. Ein guter Rotwein mit einem Literpreis von beispielsweise um die 50 € kann seine Stärken im Glas vielleicht sehr gut ausspielen, in einer Bratensauce merkt man den Unterschied zu einem Wein der um die 10 €/L kostet vermutlich gar nicht mehr. Ein Terapak „Pennerglück“ mit einem Literpreis von 2 Euro wird die Sauce aber mit hoher Wahrscheinlichkeit versauen. Wichtig ist auch: Trockener Wein sollte es in der Regel sein, wobei es durchaus Ausnahmen wie zum Beispiel Portwein gibt, diese werden dann aber oft explizit im Rezept angegeben.

Bei Cocktails ist es oft ähnlich und es kommt auch wirklich auf die Zielgruppe an: Banausen die übersüße Saft-Sirup-Mischungen wollen, können meist mit einem Mai Tai mit richtig geilem Rum nichts anfangen, aber auch Basis Rums wie einfache Appletons machen selbst erfahreneren Trinkern im Mai Tai mehr Spaß, als beispielsweise ein Long Island Iced Tea oder eine dürftige Colada.

Im Old Fashioned ist dies wie du schreibst sogar noch extremer-

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Danke für die Antworten.
Habe mich schon sehr über die Bezeichnung „weißer Rum“ bei dem Amazon Link gewundert, da es ja auch noch einen Pampero Blanco gibt.
Bzgl meiner Cocktail Mengen:
Ich weiß nicht, ob ich es schon mal erwähnt hatte, aber wir machen gelegentlich Fernsehabende und da lieben wir es zu Beginn ein großes Glas mit einem Cocktail zu haben, an dem wir dann im Laufe des Abends daran nippen, ohne dazwischen unterbrechen zu müssen um ein neues Glas zu mixen.
Lg

Man kann einen Drink sicher auch langsam trinken aber 60 Minuten oder mehr übersteht kein Drink ohne zu warm zu werden bzw. zu verwässern.

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Ich würde sogenannte Scaffa Cocktails, die eh schon Raumtemperatur haben, sowie heiße Mischgetränke wie Hot Buttered Rum, Irish Coffee, Hot Toddy, die sogar in der Temperatur abnehmen, als Ausnahmen hinzufügen :wink:

Aber im Prinzip hast du natürlich recht, ein kalt servierter Cocktail sollte innerhalb einer angemessenen Zeitspanne ausgetrunken werden.

Ist aber, solange kein lineares Fernsehen rezipiert wird, aber technisch problemlos möglich. Außerdem bestünde die möglichkeit, den Drink, wenn er ausgetrunken ist, einfach beiseite zu lassen und dann nach dem Film einen zweiten zu mixen.

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